Heilpflanzen von A-Z: Alles mit I


Ingwer
Ingwer
joloei/Shutterstock.com

Ingwer stammt aus Indien und wird dort und in China schon seit Jahrtausenden angebaut und medizinisch genutzt. Über Handelswege gelangte er ins alte Griechenland und nach Rom, wo man ihn als Gewürz sehr schätzte. Hildegard von Bingen erwähnt den Ingwer, Paracelsus wendet ihn bereits an. Er gilt als Mittel gegen Erkältungen, Wunden und Zahnschmerzen. Empfohlen wurde er auch bei Magen-Darm-Schmerzen, Blähungskoliken und zur Anregung der Verdauung.

Wissenschaftlicher Name: Zingiber officinale Rosc.

Charakteristik

Die Pflanze ist in Südostasien heimisch und in den USA, Indien und tropischen Gebieten kultiviert. Der geschälte Ingwerwurzelstock kann frisch oder getrocknet weiterverarbeitet werden. Medizinisch verwendet wird die Wurzel.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Verdauungsstörung und Reisekrankheit
Volksmedizin: bei Husten, Halsentzündung, Dünndarmentzündung, Unterleibsbeschwerden, rheumatischen Symptomen, Migräne und Nervenschwäche

Dosierung

500 mg Ingwerwurzelstock als gepulverte Droge pro Einnahme
Tee: 0,5-1 g grob gepulverte Droge mit kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, anschließend durch ein Teesieb geben (1 Teelöffel entspricht etwa 3 g Droge)

Wirkung und Nebenwirkungen

Die Wirksamkeit von Ingwer gegen Reiseerkrankung, Übelkeit und Erbrechen ist wissenschaftlich in verschiedenen Studien nachgewiesen worden (Micklefield et al, 1999; Arfeen et al. 1994; Vutyavanich et al. 2001; etc.). Es bestehen keine Risiken bei bestimmungsgemäßer Anwendung therapeutischer Dosen. In der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Ärzte und Apotheker geben weitere Anskunft.

Anwendung in Lebensmitteln

Die beißend-scharfe Ingwerwurzel ist besonders in der orientalischen Küche ein populäres Gewürz und wird auf breiter Basis bei der Herstellung vieler Lebensmittel und Getränke wie Ginger Ale, Colagetränke, Likör und Magenbitter, Gebäck und Plätzchen verwendet. Ingwer gilt als potenter Zusatzstoff in Functional Food Produkten.

Autor: Thomas Brendler, Joerg Gruenwald, Christof Jaenicke
Isländisches Moos
Isländisches Moos
Lunov Mykola/Shutterstock.com

Isländisches Moos ist entgegen dem Namen kein Moos, sondern eine Flechte. Im hohen Norden wird die Pflanze als Grütze zubereitet und gegessen. Das erste Mal taucht die Pflanze in einem Arzneimittelverzeichnis des Jahres 1672 auf. Isländisches Moos galt als ein Mittel gegen Abmagerung, Durchfall und Erkrankungen der Atemwege. Die Flechte wird im Spätsommer und Herbst bei trockener Witterung gesammelt und an einem abgedunkelten Ort zum Trocknen gelagert.

Wissenschaftlicher Name: Lichen islandicus.

Charakteristik

Von dem Isländischen Moos wird der getrocknete Flechtenkörper verwendet. Es wächst in Skandinavien, Kanada, Osteuropa und den GU-Staaten.

Anwendungsbereiche

Innere Anwendung: bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum sowie Appetitlosigkeit.
Äußere Anwendung: bei schlecht heilenden Wunden.
Volksmedizin: bei Nieren- und Blasenleiden, Magenerkrankungen, Übelkeit und Erbrechen – besonders während der Schwangerschaft und bei Migräne -, Bronchitis, Keuchhusten und Durchfall.

Dosierung

Einzeldosis: 1,5 g Droge
Tagesdosis: 4 – 6 g Droge
Tee: 1,5 – 2,5 g fein zerschnittene Droge mit kochendem Wasser übergießen und nach 10 min durch ein Teesieb abgießen.

Wirkung und Nebenwirkungen

Die Droge wirkt reizlindernd durch die einhüllende Wirkung der enthaltenen Polysaccharide. Eine Lichenan und Isolichenan enthaltende Ethanolfällung des wässrigen Extrakts zeigte einen antitumoralen Effekt in Tierversuchen.
Die enthaltenen Flechtsäuren haben eine schwach antibiotische Wirkung.
Die besänftigenden und einhüllenden Effekte sind hilfreich im Falle von Irritationen der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts.

Vorsicht: Bei Fieber und Entzündungen sollte Isländisches Moos besser nicht eingesetzt werden.

Anwendung in Lebensmitteln

Die Pflanze dient schon seit Urzeiten den nordischen Völkern als Nahrungsmittel und Arzneipflanze. Das bitter-tonisierende Aroma wird bei der Herstellung von alkoholischen Getränken genutzt.

Autor: Th. Brendler, J. Gruenwald, Ch. Jaenicke

News

Gute Tipps für guten Schlaf
Gute Tipps für guten Schlaf

Volkskrankheit Schlafstörung

Für viele Deutsche ist die Nacht ein Alptraum: Sie schlafen nicht ein oder wachen immer wieder auf, grübeln stundenlang und fühlen sich am nächsten Tag wie gerädert. Die gute Nachricht: Nur in den wenigsten Fällen steckt eine körperliche Erkrankung hinter der gestörten Nachtruhe. Lesen Sie in unserem Ratgeber, wie Schlafhygiene zu besserem Schlaf verhilft, welche Tipps bei Schichtarbeit günstig sind und welche rezeptfreien Einschlafhilfen Ihr Apotheker empfiehlt.   mehr

Gefahr durch verschleppte Infekte
Gefahr durch verschleppte Infekte

Bei Herzmuskelentzündung schonen

Mit Infekten ist nicht zu spaßen. Denn selbst vermeintlich banale Erkrankungen können zu einer lebensgefährlichen Herzmuskelentzündung führen. Wie man sich im Krankheitsfall richtig verhält.   mehr

Hantaviren auf dem Vormarsch
Hantaviren auf dem Vormarsch

Scheune, Schuppen, Pferdestall

In Deutschland mehren sich die Infektionen mit Hantaviren, warnt das Robert Koch-Institut (RKI). Übertragen werden die Krankheitserreger mit Mause-Kot und Mause-Urin. Darum aufgepasst beim Fegen und Putzen von Scheunen, Ställen und alten Gemäuern mit möglichem Nagerbefall.   mehr

Waschmaschine verbreitet Bakterien
Waschmaschine verbreitet Bakterien

Vorsicht bei Pflegebedürftigen

Oft vermutet und jetzt zum ersten Mal nachgewiesen: Waschmaschinen können resistente Keime übertragen, wie der Fall einer Kinderklinik aufzeigt. Bonner Hygieniker empfehlen deshalb bestimmten Haushalten, die Wäsche öfter mit mindestens 60°C zu waschen.   mehr

Gehirnerschütterung ernst nehmen
Gehirnerschütterung ernst nehmen

Gehirn braucht ausreichend Erholung

Eine Gehirnerschütterung macht sich nicht immer direkt als solche bemerkbar. Wonach Betroffene Ausschau halten müssen und welche Maßnahmen sie ergreifen sollten.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Linden-Apotheke
Inhaberin Barbara Oberüber
Telefon 035452/17 69 17
E-Mail info@apotheke-golssen.de